Hund entlaufen - Notfall Liste

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greycie
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Hund entlaufen - Notfall Liste

Beitrag von greycie » Mi 11. Mai 2016, 13:26

von Katharina zusammengestellt und mir ihrer Genehmigung veröffentlicht.
Der/die Suchende hat sicherlich kaum einen Kopf, um an ALLE o.g. Dinge zu denken. Daher ist es sehr hilfreich, wenn sich ein oder zwei Freunde/Bekannte als "Koordinator" bereitstellen.

° Der Suchende sollte stets erreichbar sein, möglichst über Handy (geladener Akku!).

° Gibt es Sichtmeldungen nahe um einen Punkt herum und der Suchende muß weg, dann am Ort der Sichtungen eine "Wache" postieren.

°Tasso: gibt die information an die umliegenden TA-Praxen und hier auch an die Gemeindeverwaltungen weiter (WENN man das anfangs angegeben hat!! Ich wußte es nicht mehr, sie haben es dann auf meine Bitte hin gemacht, was aber zeitliche Verzögerung zur Folge hatte)

°Tierheime: falls das Tier als Fundtier abgegeben wird (bzw. teilweise haben auch die Tierheime Lebendfallen)

° Pet-Trailer SOFORT bei/nach Sichtung. Als ich das erste Mal die Hilfe bekommen habe waren die Spuren alt. (Schon für die Hunde erkennbar aber eben zuviele, wo die Hunde dann nicht genau genug suchen können und "schnell" ermüden).

° Radiosender: hatten bei mir alle Anfragen abgelehnt.Erst im Nachhinein wurde ich interviewt (da war April aber schon wieder zurück).

° Förster/Jäger: die Information kann lebensrettend sein (je nachdem, an wen man gerät).
Der hiesige Jäger war mehr als kooperativ! Er hat mich am Tag nach dem Entlaufen über 3 Stunden kreuz und quer im Wald herumgefahren und mit mir Stellen abgesucht, an denen April hätte sein können.Zudem hat er seine Kollegen (weiträumig) informiert.

° Artikel in der Tageszeitung: darauf bin ich oft angesprochen worden!!! Mit diesem Artikel sind weitaus mehr Menschen erreicht worden als ich je gedacht hätte (weniger gelesen werden/wurden die "Anzeigenblättchen), ebenso über die

° soziale Netzwerke wie Facebook etc., Communities!
Mir kamen Menschen zur Hilfe (zum Suchen) die ich seit gut 5 Jahren nicht mehr gesehen hatte.Über Facebook (z.B. )kennt immer jemand jemanden der jemanden kennt..... Ich hatte auch hier nicht mit der überwältigenden Resonanz gerechnet!!

° ehemalige Pflegestelle: falls noch Kontakt besteht ist es durchaus von Vorteil, wenn diese Person/en mit sucht/suchen. Meist war dies der erste Kontakt, den der Hund neben dem Herrchen/Frauchen als vertraut einordnen wird

°Reiter: haben den Überblick und kommen recht schnell "durch`s Gelände! (-> Sichtmeldungen)

°(regionale) Bus- und Taxiunternehmen: die Fahrer (v.a. Bus) kennen ihre Strecken, die sie immer fahren.Oftmals sind sie auch ind en frühen Morgenstunden (und später abends) unterwegs.Ihnen kann etwas abseits ihrer Routine durchaus auffallen.Taxifahrer kommen auch schneller an mehr Stellen vorbei als ev. sonstige Suchende

°Hundeschulen: oftmals ist es nicht unbedingt gewünscht, daß sich jetzt "alle" auf die Suche nach dem entlaufenen Hund machen, aber je mehr Menschen die Augen offen halten umso mehr können sie sehen. Und manche Hunde eignen sich durchaus als "Spürnasen" auch wenn sie nicht ausgebildet sind und nicht die Arbeit der Pet-Trailer ersetzen sollen!!

°Tierkommunikation: wer es als gut erachtet (oder auch wer es in der Verzweiflung als "letzten Strohhalm" sieht): bitte professionelle TK bemühen! Und: der Mensch muß eigentlich nicht "dran glauben", wenn das Tier mit dem/der TK reden möchte wird es das tun, unabhängig vom Glauben des Besitzers

° Lebendfalle: kann nur eingestzt werden, wenn das Tier (Hund) EINE Futterstelle hat, die auch als (Lock)Futterstelle angenommen wird

° Mir hat jemand noch den Tip gegeben, daß Menschen mit Ultraleichtflugzeugen auch gerne helfen. Sie wollen gerne eine gewisse Flug-Stundenzahl nachweisen und sind Flügen mit einem "Suchenden" an Bord wohl nicht abgeneigt.Da ich hier weder jemanden kenne, der das macht noch in die Verlegenheit kam will ich nichts weiter dazu sagen, aber aufschreiben wollte ich es.

Habt Nachsicht mit dem Suchenden und seiner (ihrer) Entscheidungsfreudigkeit! Je langer die Suche dauert desto ausgelaugter ist derjenige! Das vergißt man vielleicht manchmal. Ich konnte mir immer weniger merken, je länger ich "auf der Straße" war und im Auto übernachtete. Auch verliert der Suchende mehr oder weniger schnell die Objektivität.Daher sind Helfer und Koordinator, die sich im Hintergrund "organisieren" und den Suchenden nur bei wichtigen Entscheidungen fragen, so wertvoll udn eine Entlastung/Unterstützung für den Suchenden.

Wem noch etwas dazu einfällt darf die Liste oder die Anmerkungen gerne ergänzen.

Nur eines möchte ich noch wünschen:
NIEMALS AUFGEBEN!!!!
Michaela
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Nur wer einmal seinen Windhund jagen gesehen hat, der weiß, was er an der Leine hat!

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wuhei
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Re: Hund entlaufen - Notfall Liste

Beitrag von wuhei » Mi 11. Mai 2016, 14:11

Da man in so einem Fall auch immer Flyer aufhängt, hat es sich bereits als durchaus hilfreich erwiesen, daß man darauf auch vermerkt, ob der Hund Medikamente benötigt und es daher wichtig ist, daß sich "Finder" möglichst schnell melden.
Grund: manche "Finder" haben solche Hunde für mehrere Tage und sogar längere Zeit behalten, weil sie nicht wussten, daß das sogar strafbar ist.
Was gegen die Natur ist, ist unrecht, schlecht und alles Unrecht trägt den Keim der Zerstörung in sich - Alexander von Humboldt
Servus aus Tirol, Iris & Gang
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Leider hat Iris die letzte Reise angetreten - R I P

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lonja
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Re: Hund entlaufen - Notfall Liste

Beitrag von lonja » Fr 13. Mai 2016, 09:11

Gute Tipps, vielen Dank!
Bei mir waren die Flyer das wichtigste, wildfremde Menschen haben mir angerufen um zu sagen wo sie den Hund gesehen haben, manche auch dort gewartet bis ich kam und suchen geholfen.
Wichtig ist aber die Flyer an den richtigen Orten aufzuhängen wo sie auch gesehen werden:
- Im Umkreis von ca. 20km um den Entlaufort (je nach länge des Verschwindens und Sichtmeldungen ergänzen/erweitern)
- Auf Spazierwegen von Hundehaltern (Abzweigungen, Anfang und Ende, Parkplätze, Mistkübel)
- An (allen) Bus/Tramstationen, Eingang von Geschäften, Post, Bankautomat, Restaurants, Tierfutterläden, (allen) Tankstellen, (allen) Zollübergängen.

Was ich auch ganz wichtig finde ist unbedingt VON ANFANG AN am Entlaufort an geschützter Stelle etwas persönliches zu hinterlassen wenn man weg muss (eine Decke und ev. auch eine Schüssel mit bekanntem Futter und Wasser).
Und auch Zuhause, wenn es geht immer eine Tür offen zu haben oder draussen an geschütztem Ort eine Decke etc. liegen haben.
Der Hund wird zumindest versuchen an diese Orte zurück zu kommen, wenn er es schafft braucht er unbedingt einen Anhaltspunkt, eine Bestätigung, dass das gut ist um möglichst in der Nähe zu bleiben.
Grüsse
Lonja mit Ally
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