Borreliose-Impfung beim Hund

Richtlinien, Empfehlungen, Erfahrungen
Gesperrt
Oval 5

Borreliose-Impfung beim Hund

Beitrag von Oval 5 » Do 9. Jun 2011, 16:19

Weil ich jetzt seit Jahren über immer wieder die gleichen Fehlinformationen stolpere in den diversen Foren
zur Borrelien-Impfung beim Hund, stell ich hier ein paar Links an den Anfang dieses Themas, die etwas
Klarheit schaffen.
Nichts schlimmer, als von Angst geschürte Argumentationen, wenn sie nicht auf Tatsachen aufbauen, wie
folgender Satz aus einem anderen Forum, das hier nicht zitiert zu werden braucht, weil der Satz so oder so
ähnlich fast in jedem Hundeforum vorkommt und immer den gleichen Unsinn reproduziert. Wie in der Wissen-
schaft schreibt einfach jeder von jedem ab:
Die borreliose-impfung ist nur geldmacherei. Sie kommt aus amerika und ist nur gegen eine art der
borreliose wirksam.. Und jetzt ratet mal WO die vorkommt..... Genau... Amerika
Wir haben 2011 - es hat sich längst was getan und außerdem schwirrt da ziemlich viel Mist
durch die Foren :-)

zur Borreliose-Impfung beim Hund:

http://www.r-m-l.de/faq/borrel.html
(gleicher Artikel, anderer Link -> http://www.glamis.de/borrel.html )


und weiter auf http://www.borgers.org/merilym.htm
"..............Welche Spezies sind für die Borreliose des Hundes relevant?

Nur mit B. b. sensu stricto wurde das klinische Bild der Borreliose beim Hund reproduziert. (3) Für die beiden
anderen Borrelien-Stämme wurde verschiedentlich Pathogenität vermutet, es liegt aber bisher kein Nachweis
einer Pathogenität für den Hund vor. (4)

Welche Borrelien-Spezies enthält Eurican MERILYM (Impfstoff)?

MERILYM enthält als Impfantigen ein europäisches Isolat von Borrelia burgdorferi sensu stricto, also den für den
Hund relevanten, pathogenen Erregertyp. .............."

LobitoAzul
Beiträge: 288
Registriert: Mi 5. Sep 2012, 21:07

Re: Borreliose-Impfung beim Hund

Beitrag von LobitoAzul » Fr 4. Apr 2014, 13:11

Mal generell was zur Borreliose:
Trend-Krankheit BORRELIOSE...

Man hört es immer wieder: Hund mit Borreliose.... Ja, und?
Wer mal ne nüchterne Darstellung hören will darf weiterlesen:

Dass die sprialförmigen Bakterien aus der Familie der BORELLIEN von Zecken im deutschsprachigen Raum auf Mensch und Tier übertragen werden ist unbestritten.
Auch dass sie bei Menschen zu starken Grippe-ähnlichen Symptomen, Arthritis und weiteren "Problemen" nach erfolgreicher Infektion führen. Dabei sind gerade mal knapp 10% der humanen Infizierten ohne Symptome - 90% zeigen dagegen welche!

Beim Hund und Pferd sieht es aber schon ganz anders aus!

In einer groß angelegten Studie, die über einen Zeitraum von 20 Monaten geführt wurde, zeigten gerade mal 5% der seropositiven Hunde (Antikörper gegen Borrelien im Blut) Lahmheiten. Das bedeutet, dass die restlichen 95% symptomfrei waren!
So, die Zahlen erstmal sacken lassen... [...]
Weiterlesen: Tierarztpraxis Dr. Elke Jonigkeit heute, 4.4.2014, auf FB

Auch interessant: http://www.marco-rossi.de/newsletter/bo ... ehund.html
"Nur 5% der infizierten Hunde zeigen Symptome" ergibt sich aus "95% der seropositiven Hunde zeigen keine Symptome", ich unterstreichs nochmal ganz kurz ;)
Wie bei Lepto (auch mehrere Erregertypen, gegen die nicht geimpft werden kann, auch mit Nebenwirkungen behaftete Impfung, die man halbjährlich wiederholen sollte) muss man abwägen, wie hoch einem das Risiko erscheint, einen wirklich schwer kranken, nicht mit AB heilbaren Hund zu haben...
In meinem Fall vielleicht 5 Zecken pro Jahr und Hund, davon tragen, je nach Quelle bzw. Region, 5-30% Borrelien, dann muss die Zecke auch noch über längere Zeit (mind. 24 Stunden!) saugen, um überhaupt Borrelien zu übertragen, sodenn zeigen nur 5% der infizierten Hunde Symtome, davon gibt es einen geringen Anteil an Hunden, die nicht mit AB behandelbar sind (oft gibt es Hunde, bei denen die Borreliose sogar ohne Behandlung spontan wieder ausheilt) und ein noch geringerer Anteil entwickelt schwere Komplikationen mit Nierenbeteiligung, wobei es auch da eher Rassen trifft, die bekanntermaßen schon unter erblich bedingten Nierenproblemen leiden... Also mal ehrlich, das Risiko für einen (noch dazu kurzhaarigen, wie unsere Windis) Haushund, ernsthaft an einer Borreliose zu erkanken, ist wirklich gering "meinung6"
Schön ist es sicher nicht, wenn es denn passiert, und ich kenne genügend Menschen, die Borreliose haben/hatten. Aber so ganz nebenwirkungsfrei und supertoll, wie manche behaupten, ist diese Impfung garantiert nicht und das Risiko von gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch diese Impfung ist in meinen Augen höher als der Nutzen. Erst recht, wenn man den alten Impfstoff benutzt. Und anmerken sollte man auch, dass nur Hunde geimpft werden dürfen, die nicht bereits an Borreliose erkrankt waren/sind, und wer kann mir das sicher sagen, in so einem "Hochrisikogebiet" wie dem Salzburger Flachgau?

hier gehts zur Diskussion
http://info-hz.de/greyhound/viewtopic.php?f=204&t=8847
Zuletzt geändert von greycie am Mi 22. Mär 2017, 11:59, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Link zur Diskussion hinzugefügt
Viele Grüße
Sabine

Gesperrt

Zurück zu „Infos zur Impfung“