Grey=Galgo / Galgo=Grey?

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greycie
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Grey=Galgo / Galgo=Grey?

Beitrag von greycie » Di 6. Feb 2018, 20:17

Ein alter Text neu aufgelegt - folgen noch mehr Details inkl. Vergleich Bilder

Äußerlich gesehen mag es für viele Menschen keinen großen Unterschied geben.

Sie sind groß, sie sind schlank, sie sind graziös, sie sind erhaben und stolz. 

Ein Traum im Umgang mit Menschen und herrlich entspannend im Haus.

Diese Beschreibungen treffen auf den Greyhound wie auf den Galgo zu. 

Und GENAU das kann jedoch zu fatalen Folgen führen - für den Grey.

Ich denke, es ist mitunter einer der häufigsten Fehler, die Mensch machen kann, der den Galgo kennt und davon ausgeht, der Grey ist genau so.

NEIN - das ist er NICHT!

Schauen wir uns doch mal seine Herkunft GENAU an.

Der Galgo ist zur Jagd auf Hasen (Niederwild) in unwegsamen Gelände gezüchtet. Er benötigt dafür einen sehr starken Knochenbau und auch eine Muskulatur, die nicht auf Hochgeschwindigkeit, sondern auf Ausdauer sowie Gelenkigkeit beruht.
Eine Jagd über mehrere Kilometer ist das Zuchtziel eines Galgos. 
Die schnellen, kurzen Wendungen in unwegsamem Gelände fordert vieles dem Galgo ab, doch genau dafür ist er gezüchtet.

Der Grey der modernen Zucht ist nur auf eins ausgelegt: HOCHGESCHWINDIGKEIT auf einer ebenen Fläche, ohne Rissen oder Unebenheiten.
Einzig und allein auf hundertstel von Sekunden in einem 30 Sekunden Lauf kommt es hier an. Seine Leistungsgrenze ist binnen dieser Sekunden erreicht und teilweise überschritten.

In diesen 30 Sekunden geht allerlei im Körper vor, wovon wir nicht mal den Hauch einer Ahnung haben – schaut hier mal rein und macht euch ein Bild.

http://info-hz.de/greyhound/viewtopic.php?f=133&t=9650

Und jedes mal, wenn diese Belastungsgrenze erreicht ist, kann ein Schaden im Körper zurückbleiben. Minimale unerkannte Muskelrisse, hauchfeine Haarrisse im Knochen. Überbelastung von Sehnen und Bänder.

Und irgendwann ist die Summe aller dieser Verletzungen der Grund, warum ein Greyhound aus seiner aktiven Rennlaufbahn ausscheidet. Das kann mit 2 Jahren sein, oder mit 4 oder 5.

Der Körper kann diese Leistung nicht mehr erbringen, ohne gänzlich daran kaputt zu gehen.

Ein abgerissener Muskel im Hinterlauf, ein Schultermuskelriss, ein Sehnenabriss in einem Bein, kleine Knochenbrüche in den Handwurzelknochen etc.pp. 
Die Liste der Verletzungen ließe sich vermutlich endlos fortfahren.

Nach einer gewissen Zeit der Behandlung und der Regeneration können fast alle dieser Greys ein völlig normales Leben führen.
Sie gehen spazieren, sie spielen, sie rennen aus Spass im Garten oder auf der Wiese.

Aber eben NICHT an der Hochleistungsgrenze. Und da liegt das Problem.

Der Grey ist doch gesund, der Grey ist doch fit, der könnte doch bestimmt ….. vielleicht mal eine Runde …?

NEIN, führe diesen Gedanken bitte nicht zu Ende.

Kein Grey scheidet aus Jux und Dollerei aus dem professionellen Renngeschehen aus.

Es hatte seinen Grund und dieser Grund hätte ihm im nächsten Lauf das Leben kosten können.
Michaela
Bild
Nur wer einmal seinen Windhund jagen gesehen hat, der weiß, was er an der Leine hat!

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