EN/DE: The Cult of Greyhound "Personality/Der Kult um die Greyhound-„Persönlichkeit

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EN/DE: The Cult of Greyhound "Personality/Der Kult um die Greyhound-„Persönlichkeit

Beitrag von Greyhound-Forum » Mo 15. Mär 2021, 08:28

The Cult of Greyhound "Personality"
It seems that many adopters are still inadequately informed as to the nature and the nurture of greyhounds.
The common misconception is to view our adopted greyhounds through the prism of what we have decided is a one-size-fits-all expectation of "personality" expression. That upon having been adopted, the greyhound should instantly and without hesitation, accept and embrace us as his/her new caretakers.
That the greyhound, despite having been purely purpose-bred and not to be a pet, should willingly and unabashedly shower us with gratitude for having the humanity to open up our heart and home to him or her, and behave in ways that we have come to expect from other canines who have been so fortunate.
So it is no wonder that it sometimes becomes a major disappointment to us, when after 6 days, 6 weeks, or 6 months, our newly adopted greyhound has yet to fulfill our expectations, and become the ebullient, vivacious, effervescent character we may have been led (or led ourselves) to believe was inevitable---given the benefit and luxuries of our boundless creature comforts, affections and attentions.
Every dog evolves as an individual over the course of time and throughout their lives. Greyhounds are no different from other dogs in that regard. What is different about them, is the unique canine culture into which they are born and raised.
A canine culture into which they are entirely absorbed prior to being suddenly (and inexplicably to them) thrust into pet life.
A canine culture which informs, nurtures and endows them with a highly evolved fluency in canine communication, pack etiquette and pack/colony dynamics.
What some greyhounds experience when they are expected to act outside of the security of the pack or colony---where the individual might, quite understandably, have some trepidation or reservations with novel events and environments, however benign or well-meaning---is anxiety at the least, and sometimes even degrees of withdrawal. It is not necessarily ingratitude, or even personal.
When humans fail to (or refuse) to perceive the immutable effects of genetics, culture, colony, pack, and the handing down of collective consciousness thereof upon the greyhound---who, prior to having been adopted, was likely never without the company other greyhounds for even a few minutes----we sometimes experience a mutual understanding gap, and/or a failure to communicate.
The individual greyhound, who may be a natural follower---reticent or unsure of how to act alone, outside of that pack or colony dynamic---can experience distress or sensory and perceptive overload, when exposed to novel events, situations and environments, to an extent that it can border on what we should view as a form of culture shock.
Punctuality and routine are what the greyhound has learned to expect, within the social dynamic of the pack/colony in the kennel environs. It goes hand in hand with the mental and physical stimulations and nurturing, that abundant social interaction and physical activity provides.
So, we should understand that not all greyhounds are comfortable at once, when separated from everything everyone they have ever known---both canine and human---and thrust into novelty at every turn. That is a natural and predictable "personality" expression.
While it is not unreasonable to expect that eventually they will adjust to us, the road of least resistance is to meet them halfway along that road. And that journey begins in our own minds.
copyright, Dennis McKeon 2021
Der Kult um die Greyhound-„Persönlichkeit“

Es scheint so, das viele Adoptanten immer noch nicht ausreichend über die Natur und Versorgung von Greyhounds informiert sind.
Für gewöhnlich ist es der Irrglaube an das vorgefertigte Prisma der „eine Größe paßt allen“-Mentalität von der wir entschieden haben dass ein adoptierter Greyhound so sein muß.
Daß, sobald er adoptiert wurde, der Greyhound sofort und ohne zu zögern den neuen "Pfleger/Besitzer" akzeptiert und begrüßt.
Daß der Greyhound, obwohl als Nutztier gezogen und nicht als Haustier, uns willentlich und unerschrocken mit Dankbarkeit überzieht da wir doch so human waren und unser Herz für ihn geöffnet haben und er sich gefälligst jetzt so zu verhalten hat wie wir uns das von anderen glücklichen Hunden abgeschaut haben.

So ist es also kein Wunder wenn nach 6 Tagen, 6 Wochen oder 6 Monaten unser adoptierter Greyhound noch daran arbeiten muß die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen um der überschwängliche lebendige überschäumende Charakter zu werden der uns eingeredet wurde (oder den wir uns selbst eingeredet haben) daß er unausbleiblich wäre – bei der Wohltat und dem Luxus unseres grenzenlosen Komforts, Zuneigung und Aufmerksamkeiten die er jetzt erhält. 

Jeder Hund entwickelt sich als ein Individuum in einem Zeitraum und sein ganzes Leben lang. Greyhounds sind diesbezüglich nicht anders als andere Hunde.
Den Unterschied macht die einzigartige Züchtung in welche sie hineingeboren und aufgezogen werden. Eine „Hundekultur“ in der sie vollkommen absorbiert sind bevor sie plötzlich – und unerklärlicheweise für sie – in ein Haushundleben geworfen werden.
Eine „Hundekultur“ welche sie mit einer hochentwickelten „Sprachkompetenz“ in hündischer Kommunikation  informiert, nährt und ausstattet, sowie Rudeletiquette und Rudeldynamik.

Was dann so ein Greyhound empfindet wenn von ihm plötzlich erwartet wird außerhalb seines Rudels zu agieren – da wo ein Einzelwesen verständlicherweise Ängste hat oder Zurückhaltung übt bei neuen Vorkommnissen und neuem Umfeld – wie freundlich und wohlmeinend auch immer gemeint – ist die Reaktion zumindest Besorgnis und manchmal eben auch Rückzug .

Das ist nicht zwangsläufig Undankbarkeit oder persönlich gemeint.
Wenn der Mensch daran scheitert – oder sich weigert – die unveränderbaren Auswirkungen von Genetik, Kultur, Kolonie und Rudel anzuerkennen und das damit verbundene Weitergeben des Gemeinschaftswissens über den Greyhound – der bevor er adoptiert wurde wohl nie länger als ein paar Minuten ohne andere Greyhounds war – erfahren wir daher oft das Fehlen von gegenseitigem Einverständnis und/oder das Versagen einer Kommunikation.

Der einzelne Greyhound der von Natur aus eher ein Mitläufer ist – zurückhaltend oder unsicher wie man sich alleine verhält, außerhalb der Rudel- oder Kolonie-Dynamik – kann Stress oder sensorischen und direkt hellseherischen Overload erfahren wenn er neuen Vorkommnissen, Situationen oder Umfeld ausgesetzt ist.

Das kann sich zu einem regelrechten Kulturschock ausweiten wie wir das bezeichnen. 

Pünktlichkeit und Routine ist das, was der Greyhound gelernt hat zu erwarten inmitten der sozialen Dynamik des Rudels/der Kolonie im Zwingerumfeld.
Das geht Hand in Hand mit der metalen und physischen Anregung und Erziehung welches eine Fülle an sozialem Miteinander und körperlichem Training bereitstellt.
So sollten wir also verstehen, daß nicht alle Greyhounds sich sofort wohlfühlen wenn sie getrennt sind von allem was sie bisher gekannt haben – beides menschlich und hündisch – und nach jeder Wegbiegung in etwas neues rumpeln.
Das ist ein natürlicher und vorhersehbarer Ausdruck von „Persönlichkeit“.
Obwohl es nicht unrealistisch ist zu erwarten daß sie sich an uns anpassen ist der beste Weg dahin ihnen auf halbem Weg entgegen zu kommen.
Und diese Reise beginnt in unserm Kopf.
Copyright, Dennis McKeon 2021
Übersetzungsfreigabe liegt vor. Übersetzt fürs Greyhound Forum von C.Prather
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Nur wer einmal seinen Windhund jagen gesehen hat, der weiß, was er an der Leine hat!

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