*Der Ursprung des Greyhounds und seine Zukunft ... oder.../ D. McKeon

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greycie
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*Der Ursprung des Greyhounds und seine Zukunft ... oder.../ D. McKeon

Beitrag von greycie » Mo 8. Okt 2018, 14:55

Der Ursprung des Greyhounds und seine Zukunft ... oder: Vergesst den Scheiß!

Es ist immer wieder enttäuschend, wenn wir in Diskussionen zum Greyhound auf Menschen treffen, die feste, unveränderbare Ansichten zum Thema haben, aber keine wirkliche Vorstellung von Zucht und überhaupt keine Ahnung von der Geschichte dieser Rasse.

Wenn man mit ihnen die Bedeutung von Greyhoundrennen für die Rasse diskutiert und was die Zukunft für die amerikanischen, für Rennen gezüchteten Greyhounds (die die überwiegende Mehrheit der in den USA lebenden Greyhounds bilden) bereithält, sollten Rennen verboten werden, hören wir immer, dass es „Greyhounds schon seit Tausenden von Jahren gibt und dass sie auch noch da sein werden, wenn es keine Rennen mehr gibt‟.

Wie beruhigend, zu wissen, dass das Erstrebenswerteste für Kritiker von Rennaktivisten für die Hunde und ihre Zukunft ist, dass „sie auch noch da sein werden‟, sollten die Renngegner in ihren Bemühungen erfolgreich sein, Rennen in jenen Bundesstaaten, in denen sie noch existieren, gesetzlich verbieten zu lassen.

Tatsache ist, dass es Greyhounds seit Jahrhunderten nur deshalb gibt, weil sie immer einen Zweck erfüllt haben, immer eine Aufgabe hatten, einen „Job‟.

Dank moderner Genforschung und Genkartographie wissen wir heute, dass der Greyhound keinerlei Verbindung zur asiatischen Klade uralter Windhunde wie dem Saluki oder dem Afghanen hat. Tatsächlich weisen alle wissenschaftlichen und Einzelberichte darauf hin, dass die Rasse nicht ganz so alt ist, wie man uns bisher glauben machen wollte.

In seiner richtungsweisenden Abhandlung über die Rasse mit dem Titel „The Greyhound‟, erstmals erschienen 1853, gibt uns John Henry Walsh (alias „Stonehenge‟) einige interessante Einblicke in die Ursprünge unseres modernen Greyhounds. Seine Vorfahren tauchten eindeutig im Mittelalter aus dem Dunstkreis und unter dem Einfluss der keltischen Kultur auf.

Walsh sagt weiterhin, dass es nach der Außerkraftsetzung der Forstgesetze erst im frühen 19. Jahrhundert in Großbritannien 5 verschiedene Typen des Greyhounds gab (Newmarket Greyhound; Wiltshire Greyhound, Lancashire Greyhound, Yorkshire Greyhound und Schottischer Greyhound), vom nahezu Terrier ähnlichen Wiltshire Greyhound in Whippetgröße bis zu anderen Greyhounds von der Größe eines heutigen Barsoi waren diese Rasseschläge sehr unterschiedlich und spezialisiert was Aussehen, athletische Attribute und Fähigkeiten, Wesen, Temperament und Ausdauer angeht. Benannt nach den Gegenden, aus denen sie stammten, waren sie für die Jagd auf dem jeweiligen lokalen Gelände gezüchtet.

Es waren standardmäßige und formelle Coursing-Wettbewerbe und ihre Regeln, anhand derer sich durch gezielte, selektive Zucht für diese einzigartige sportliche Aufgabe, durch Auswahl, Kreuzung und Vermischung der unterschiedlichen Typen von Jagd- und Coursinghunden die direkten Stammeltern unseres heutigen Greyhound entstanden.

Interessanterweise ähnelten die frühen Hunde, die als „Greyhound‟ der Kelten bezeichnet wurden, eher dem modernen Irischen Wolfshund, und die frühen Vorgänger unseres modernen Greyhound wurden als „Der Coursinghund‟ bezeichnet.

In unserer heutigen Zeit wird die große und überwältigende Mehrheit der Greyhoundbestände aus einer einzigen Quelle unterhalten: den Geldern aus Wetteinnahmen.

Ob wir Rennen nun unterstützen oder nicht, wir sollten uns nichts vormachen und glauben, das Ende der Rennen hätte keine schwerwiegenden und furchtbaren Konsequenzen für die Rasse, würde nicht den Genpool und die genetischen Vielfalt drastisch reduzieren, wodurch die Rasse auf eine Randgruppe schrumpfen würde, oder nicht einmal darauf, so wie es heute schon außerhalb der Rennszene der Fall ist.

Die weitverbreitete zweckdienliche Kurzsichtigkeit der Renngegner besteht hierbei darin, dass sie in ihren Köpfen den Greyhound ausschließlich als Individuum und völlig losgelöst vom allgemeinen Bestand der Rasse sehen, als hätten Größe, genetische Vielfalt, Funktion, Wesen und Pflege dieses Bestandes nichts mit dem Entstehen des Individuums zu tun, und ist somit keine Fürsprache.

Wenn wir weiterhin Wert auf gesunde, genetisch vielfältige, klassisch gezüchtete und gut an ihre Aufgaben angepasste Greyhounds legen, die - gar nicht so zufällig - einzigartige und bezaubernde Haustiere sind, müssen wir einen Bestand beibehalten und fördern, der diese Eigenschaften besitzt und an den einzelnen Hund weitergibt.

Die aktuell beantragte Änderung der Verfassung von Florida, A-13, vorangetrieben von einer Gruppe, die sich ironischer weise „Komitee zum Schutz des Hundes‟ nennt, würde Live-Greyhoundrennen in diesem Staat gesetzlich verbieten und Floridas Rennbahnen erlauben, das Renngeschehen zum 1. Januar 2019 einzustellen. Es enthält keinerlei Schadensregulierungen oder Mittel, die nach dem Wegfall sämtlicher Einnahmen aus diesen Unternehmungen die Versorgung der durch dieses Gesetz betroffenen Greyhounds und ihrer Betreuer gewährleistet.

In der beantragten Gesetzesänderung gibt es weder einen Plan für eine Adoption der tausenden Greyhounds, ja nicht einmal von einer Unterstützung bestehender Greyhound-Adoptionsgruppen bei der Vermittlung dieser Hunde, noch ist die Rede davon.

Weit davon entfernt, die „Hunde zu schützen‟, überlässt dieser Gesetzesentwurf das Schicksal der Greyhounds in Florida den Launen von Tierrechtsextremisten, die weder im Greyhoundschutz aktiv sind noch auch nur Ahnung von Greyhounds oder Hunden haben, sondern in Wirklichkeit Mitglieder von Spendensammelmolochen sind, die ausschließlich dem Zweck der Selbstbereicherung und politischem Lobbyismus dienen.

Was also ist angedacht für die Vermittlung von tausenden Florida-Greyhounds, wenn die Unterstützung aus dem Renngeschäft ausbleibt?

Wer wird sie Tag für Tag versorgen, wenn es kein Geld für Gehälter gibt?

Wer wird Futter kaufen oder Tierarztrechnungen bezahlen?

Was wird aus den Greyhounds, falls und wenn die Kapazitäten der Greyhound-Adoptionsgruppen erschöpft sind?

Wie werden sie dorthin kommen und wer wird den Transport zahlen?

Wer wird für die Mieten und Betriebsmittelkosten für die Zwingeranlagen aufkommen, wenn sie nicht sowieso aus den dann geschlossenen Rennbahnen rausgeworfen werden?

Die Verantwortung sollte jenen obliegen, deren Aktionen darauf abzielen, die Einnahmen zur Versorgung der Greyhounds, die aus dem Rennbetrieb - und nur aus dem Rennbetrieb - kommen, zu kappen, ebenso die Beantwortung dieser Fragen mit mehr als nur vagen Andeutungen bezüglich Tötungsstationen oder frei erfundenen „Stufenlösungen‟.

Und da wir schon beim Thema sind: Wie sieht der Plan B für die Rasse aus zum Erhalt der so wichtigen genetischen Vielfalt und Reinrassigkeit, der traditionellen athletischen Fähigkeiten und Eigenschaften und der objektiven Auswahlmethoden, durch die der moderne Greyhound entstanden ist, wenn wir diese Rasse ihrer letzten verbleibenden Aufgabe, die sie in unserer Welt hat, und der finanziellen Unterstützung, die der Rennbetrieb für die gesamte Greyhound-Population leistet, beraubt haben?

Falls Sie nicht alle diese Fragen fundiert beantworten können mit einem Programm, das besser ist als das der Rennindustrie, dann fürchte ich, Ihre „Fürsprache‟ ist nichts als der Ruf nach einer Marginalisierung dieser Rasse und ihr unvermeidlicher Niedergang und Verfall.

(Empfohlene Lektüre:
The Greyhound, von John Henry Walsh
The Greyhound and the Hare, von Charles Blanning
Everything You Know Is Wrong, von Martin Roper)

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Übersetzt von Betty Muertz und Caroline Löhr fürs Greyhoundforum. Freigabe des Original Autors liegt vor.
Michaela
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Nur wer einmal seinen Windhund jagen gesehen hat, der weiß, was er an der Leine hat!

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